Die Heilkraft des Waldes
Bemooste Baumriesen, grünliches Licht und würziger Duft – der Wald hat eine ganz besondere Faszination und wird von vielen Menschen regelmäßig als Erholungs- und Rückzugsort genutzt. Doch er kann noch mehr: Für Körper und Seele ist ein Waldbesuch wahre Medizin. Wenn deine Seele krank ist, dann verbirg dich wie ein verwundetes Tier in den Wäldern: sie werden dich heilen. Die dunklen Bäume sind stumme Freunde. Sie nehmen dich schweigend auf und sind dir gut.“ Wie der Schriftsteller Siegfried von Vegesack (1888 – 1974) es so wunderschön ausdrückte, empfinden auch heute noch viele Menschen den Wald als einen Zufluchts- und Ruheort, der Entspannung und neue Kräfte schenkt. Immerhin die Hälfte der Deutschen sucht mindestens alle 14 Tage Erholung zwischen Bäumen, Moos und Unterholz. Raum dafür gibt es zum Glück genug, denn knapp ein Drittel der Bundesrepublik ist bewaldet, und insgesamt laden mehr als 574.000 Kilometer Waldwege zum Wandern, Schlendern und Verweilen ein. Dass dabei nicht nur die Seele, sondern auch der Körper profitiert, ist ebenfalls seit langem bekannt – so gehören Spaziergänge in Wald und Natur etwa zum Programm vieler Kuren dazu. Die Intuition hat recht Die heilsame Kraft des Waldes auf Seele und Körper ist dabei keine Einbildung. Wie so oft hat die Intuition auch hier recht. Mittlerweile haben zahlreiche Studien nachgewiesen, dass die Waldatmosphäre uns auf vielerlei Weise positiv beeinflusst. Schon 1984 fand der Wissenschaftler Roger Ulrich heraus, dass Patienten nach einer Operation schneller gesund wurden, seltener Komplikationen erlitten und weniger Schmerzmittel brauchten, wenn sie aus ihrem Zimmer auf eine Baumgruppe blicken durften. Die Vergleichsgruppe, die nur auf eine Mauer schauen konnte, erholte sich dagegen langsamer. 2008 entdeckten japanische Forscher, dass in den Waldgebieten des Landes deutlich weniger Menschen an Krebs sterben als in den unbewaldeten Regionen, und bei einer Untersuchung im kanadischen Toronto wurde festgestellt, dass schon zehn zusätzliche Bäume rund um einen Wohnblock dessen Bewohner gesundheitlich um sieben Jahre „verjüngen“. Terpene und Evolution Doch wie kommen diese erstaunlichen Heilwirkungen von Bäumen und Wald ganz konkret zustande? Der österreichische Biologe und Buchautor Clemens G. Arvay hat sich mit diesem Phänomen eingehend beschäftigt, viele wissenschaftliche Studien zusammengetragen und mehrere Bücher zum Thema veröffentlicht. Er kennt verschiedene Faktoren, die das Naturerlebnis so gesund machen: „Zum Beispiel führen sekundäre Pflanzenstoffe aus der Waldluft, so genannte Terpene, zu einer nachgewiesenen Aktivierung unseres Immunsystems“ erklärt er. „Diese Substanzen lassen unsere natürlichen Killerzellen, die Viren aus unserem Körper eliminieren, mehr und auch aktiver werden. Auch die drei wichtigsten Anti-Krebs- Proteine, mit denen unser Organismus potenzielle Krebszellen sowie Tumorzellen vergiften kann, werden durch das Einatmen von Terpenen signifikant mehr.“ Ursprünglich dienen diese Terpene der Kommunikation unter den Pflanzen des Waldes. Mit ihnen teilen sie sich über den Luftweg etwa mit, wenn Schädlinge angreifen und welcher Art diese sind. Auch können sie damit nützliche Insekten anlocken, sich vor der Sonne schützen oder Fressfeinde durch schlechten Geschmack vertreiben. Dass die Terpene auch Wirkungen auf den Menschen haben, lässt sich aus der Evolution erklären. Denn Pflanzen und Menschen haben sich über Hunderttausende von Jahren im ständigen Wechselspiel nebeneinander entwickelt und aufeinander eingestellt.
Achtsamkeit und Psyche
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Was tun im Wald?
Mindestens alle zwei Wochen sollte man sich für mehrere Stunden den Heilkräften des Waldes aussetzen. Womit man diese Zeit verbringt, dafür gibt es viele Möglichkeiten. Hier einige Tipps: • Wandern: Waldluft plus Bewegung tut der Gesundheit doppelt gut. Viele Tipps und Wanderwege findet man zum Beispiel unter www.wanderbares-deutschland.de. Joggen, Walken und Radfahren sind ebenfalls waldgeeignete Sportarten – aber immer Rücksicht auf den Naturschutz und andere Besucher nehmen. • Tiere beobachten: Wer sich leise verhält und ein bisschen Glück hat, kann Rehe, Hirsche, Wildschweine und zahlreiche Vogelarten beobachten. Aber nicht nur die großen Tiere sind interessant, auch im Kleinen wimmelt es überall: Frösche und Ringelnattern bevölkern kleine Gewässer, in verrottenden Baumstämmen tummeln sich zahllose Insekten, Ameisenvölker sind emsig bei der Arbeit. Die wichtigsten Tier- und Pflanzenarten unserer Wälder erklärt etwa „Die kleine Waldfibel“, die unter www.waldkulturerbe.de bestellt und als PDF oder App heruntergeladen werden kann. Tipp: Fernglas mitnehmen. • Beeren und Pilze sammeln: Unter dem Blätterdach gibt es viel Nahrhaftes zu finden. Man sollte allerdings nur Dinge sammeln, die man gut kennt – und nicht mehr, als man an einem Tag isst. • Lauschen: Das Rauschen der Blätter, das Klopfen eines Spechts, der Ruf eines Waldkauzes – der Wald bietet eine wunderschöne und beruhigende Geräuschkulisse. Einfach mal an einen schönen Platz setzen, die Augen schließen und zuhören. Ambitioniertere Waldbesucher können auch versuchen, verschiedene Vögel an ihrem Gesang zu erkennen. Üben kann man etwa unter www.vogelstimmen-hoeren.de. • Meditieren: An einem Seeufer, auf einer Bank am Waldrand, auf einem alten Baumstumpf: An vielen Plätzen in der Natur kann man wunderbar verweilen, ausruhen, lesen und sinnieren. Noch tiefer wird die Entspannung mit Meditation. Wer eine Meditationstechnik beherrscht, sollte das ausprobieren. • Achtsamkeit üben: Wie fühlt sie die Rinde einer Eiche an, wie die einer Fichte, wie der Waldboden unter den nackten Füßen? Wie riechen Pilze und Zapfen? Genaues Hinfühlen und -riechen eröffnet ganz neue Erlebniswelten.
Achtsamkeit und Psyche
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Kürbis - Gruselig und gesund!
Kürbisse können nicht nur gruselig leuchten, sondern sind auch sehr schmackhaft und gesund. 800 Arten stehen für Zierde und Genuss Insgesamt gibt es rund 800 Kürbis-Arten. Diese kann man grob in Zier- und Speisekürbisse unterteilen. Zierkürbisse findet man in getrockneter Form oft als Dekorationsmaterial in Baumärkten und Bastelläden. Zierkürbisse sollten wirklich nur als Dekoration eingesetzt werden, denn sie enthalten den giftigen Bitterstoff Cucurbitacin, der in hoher Konzentration bei Menschen zu ernsten Magen- und Darmerkrankungen führen kann. Für ein leckeres Kürbisgericht sollte man deshalb zu den Speisekürbissen greifen. Zu diesen gehören eine Vielzahl von Sorten mit so ungewöhnlichen Namen wie Bischofsmütze, Türken-Turban oder Spaghettikürbis, aber auch die bekannteren Hokkaido-, Muskat- oder Moschuskürbisse. Mit Ausnahme der Zucchini, die ebenfalls zu den Kürbisgewächsen zählt, haben Speisekürbisse meist eine gelbliche bis rötliche Schale und gelbes bis orangefarbenes Fruchtfleisch. Auch die Speisekürbisse enthalten Cucurbitacine, allerdings nur in sehr kleinen Mengen. Die Konzentration des Bitterstoffs nimmt aber mit der Fruchtreife zu. Daher sollte Kürbisfleisch vor dem Verarbeiten unbedingt roh probiert werden. Schmeckt es bitter, ist der Kürbis überreif und sollte nicht mehr gegessen werden. Einkauftipps Kürbisse waren lange Zeit nicht leicht zu bekommen. Da in den letzten Jahren jedoch immer mehr Gartenbaubetriebe, Bauernhöfe und Hobbygärtner in die Kürbiszucht eingestiegen sind, ist das Angebot inzwischen deutlich besser geworden. Die Kürbisernte beginnt im Spätsommer und wird vor dem Winterfrost beendet. Beim Einkauf ganzer Kürbisse sollte man darauf achten, dass diese eine unverletzte, feste Schale haben und noch einen Stielrest aufweisen. Reife Kürbisse klingen leicht hohl, wenn man auf die Schale klopft. Druckstellen sind ein schlechtes Zeichen, Farbunterschiede auf der Schale sind jedoch unproblematisch.
Ernährung
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Aktiv gegen Verstopfung - Den Darm in Bewegung bringen
Fast jeder Mensch kämpft irgendwann einmal mit einer stockenden Verdauung – der eine nur vorübergehend, andere immer wieder. Der Stillstand auf dem stillen Örtchen ist für die Betroffenen sehr belastend. Dabei können bewährte und manchmal auch ungewöhnliche Maßnahmen meist Abhilfe schaffen. Nichts geht mehr. Wenn der Darm streikt, macht sich dies mit typischen Symptomen bemerkbar: andauerndem Druck- und Völlegefühl, Grummeln im Bauch, hartem Stuhl sowie quälendem und eben allzu oft ergebnislosem Pressen beim Toilettengang. Das gesamte Wohlbefinden leidet, was die Lebensqualität stark beeinträchtigen kann. Hinzu kommt, dass Verstopfung immer noch ein Tabuthema ist, über das die meisten selbst dem Arzt gegenüber nicht gerne sprechen. Dabei ist Verstopfung (medizinisch Obstipation) weit verbreitet. Etwa 15 Prozent der Allgemeinbevölkerung ist davon betroffen, bei Frauen und älteren Menschen ist der Anteil noch deutlich höher. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Bewegungs- und Flüssigkeitsmangel sowie eine falsche Ernährung können die Symptome hervorrufen, sind aber meist nicht die alleinigen Auslöser. Beteiligt sind oft auch verschiedene Erkrankungen von Darm, Nerven, Muskeln, Störungen im Hormonhaushalt, Stress sowie bestimmte Medikamente. Um jedoch eines deutlich zu machen: Man muss nicht jeden Tag „müssen“. Alles zwischen drei Mal täglich und drei Mal wöchentlich stufen Ärzte als normal ein. Erst bei weniger Toilettengängen spricht man von chronischer Verstopfung. Ob nun „nur“ ein träger Darm oder eine echte Obstipation – niemand muss sich mit den unangenehmen Folgen abfinden. In vielen Fällen lässt sich die Darmtätigkeit erfolgreich anregen. Pflanzenfasern steigern Druck auf die Darmwand Eine wichtige Rolle spielt die gezielte Ernährung. Dass Ballaststoffe förderlich sind, haben inzwischen die meisten Betroffenen schon gehört. Tatsächlich deuten epidemiologische Studien darauf hin, dass bei Völkern, die sehr ballaststoffreich essen, Verstopfung deutlich seltener vorkommt. Die unverdaulichen Pflanzenfasern können das Hundertfache ihres Gewichts an Wasser speichern. Dadurch steigt das Volumen des Speisebreis im Darm stark an und übt Druck auf die Darmwand aus. Das fördert die Eigenbewegung des Verdauungskanals und die Abfallprodukte unserer Nahrung werden zum Ausgang transportiert. Viele Ballaststoffe finden sich in zum Beispiel in Vollkorngetreide, Trockenfrüchten, Obst, Gemüse, Nüssen, Flohsamen und Hülsenfrüchten. Auch eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora lässt sich mit Nahrung oft wieder regulieren, etwa durch mikrobiotische Lebensmittel. Dazu gehören probiotische Joghurts, milchsauer vergorenes Gemüse wie Sauerkraut sowie fermentierte Getränke wie Kefir oder Kombucha. Der regelmäßige Verzehr kann die Verdauung oft erfolgreich in Schwung bringen – am besten in Verbindung mit ausreichender Flüssigkeitsaufnahme und täglich einer halben Stunde Bewegung. Denn Untersuchungen haben gezeigt, dass die Darmflora von Sportlern artenreicher ist. Außerdem regt körperliche Aktivität die darmumgebenden Muskeln und die Durchblutung der Verdauungsorgane an, was Verstopfung entgegenwirkt. Massage
Rat und Tat
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Raucherland Deutschland – weltweit unter den Top Ten
Deutschland gehört weltweit zu den Top Ten der Länder mit der höchsten Anzahl an Rauchern – mit fatalen Folgen: Etwa jeder siebte Todesfall ist hierzulande eine Folge des Tabakkonsums. In Deutschland gibt es seit vielen Jahren Kampagnen zum Rauchstopp, doch der Effekt ist relativ gering. Dies beweist die Global Burden of Disease-Studie, die im angesehenen Fachjournal „The Lancet“ erschien. In dieser Studie schätzt ein Konsortium namhafter Wissenschaftler für 195 Länder und Territorien die Raucherzahlen ab und berechnet die durch den Tabakkonsum verursachten Todesfälle. Zugleich belegt Deutschland den vorletzten Platz – nur gefolgt von Österreich – auf der Tabakkontrollskala der Europäischen Krebsliga, die staatliche Maßnahmen zur Verringerung des Tabakkonsums bewertet. KonsequentePrävention nötig Den neunten Platz im Ranking der Länder mit den meisten Rauchern verdankt Deutschland nicht nur seiner hohen Einwohnerzahl, sondern auch dem immer noch hohen Raucheranteil. Dieser ist zwar seit 1990 leicht gesunken, aber nur bei Männern und deutlich weniger als im Durchschnitt aller Länder weltweit. Der Studie zufolge konsumieren in Deutschland rund 20 Prozent der weiblichen und 25 Prozent der männlichen Bevölkerung täglich irgendeine Form von Tabak – mit schwerwiegenden Folgen. Denn Rauchen ist nach wie vor einer der bedeutendsten Risikofaktoren für Krankheit und Tod: Weltweit ist mehr als jeder zehnte Tod durch Tabakkonsum verursacht. Dies könnte in den kommenden Jahren noch mehr werden, fürchtet Dr. Ute Mons, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention und des WHOKollaborationszentrums für Tabakkontrolle am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg: „Mit der demographischen Alterung der Bevölkerung rollt eine Welle tabakbedingter Todesfälle auf Deutschland zu, weil die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre, von denen vergleichsweise viele zur Zigarette gegriffen haben, jetzt in ein Alter kommen, in dem das Risiko für tabakbedingte Erkrankungen besonders hoch ist.“ „Diese Entwicklung kann aufgehalten werden, wenn sich Deutschland endlich für eine konsequente Präventionspolitik entscheidet“, sagt Dr. Dietrich Garlichs, Sprecher der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK), einem Zusammenschluss von 20 medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungseinrichtungen. Mit dem Tabakrahmenübereinkommen der WHO, das Deutschland unterzeichnet und ratifiziert hat, steht ein Bündel wirksamer Präventionsmaßnahmen zur Eindämmung des Rauchens und dessen gesundheitlicher Folgen zur Verfügung. DANK fordert, dass diese Maßnahmen nun auch entschlossen umgesetzt werden. Dazu gehören insbesondere regelmäßige, deutliche Erhöhungen der Tabaksteuer, ein konsequenter Nichtraucherschutz ohne Ausnahmeregelungen und ein umfassendes Tabakwerbeverbot.
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Gut versorgt mit Zink
Der Herbst mit seinen kalten Winden und Regenschauern macht uns wieder einmal klar, wie wichtig ein gut funktionierendes Immunsystem ist. Das Spurenelement Zink trägt wesentlich dazu bei, dass die Abwehr ihre Aufgaben erfüllen kann. Doch nicht nur vor Erkältungen schützt Zink. Es ist ebenso wichtig für den Stoffwechsel, für die Wundheilung sowie für Haut und Haar. Zu Beginn der kalten Jahreszeit hat das Immunsystem wieder einmal Höchstleistungen zu vollbringen. Die Immunzellen, die sich auf das Erkennen und Ausschalten von Erkältungsviren spezialisiert haben, müssen nun topfit sein. Dazu benötigen sie das Spurenelement Zink, denn es fördert die Reifung der Abwehrzellen. Wird es innerhalb von 24 Stunden nach den ersten Symptomen eingenommen, kann es häufig die Dauer und Schwere von Erkältungen verringern. Allerdings nicht nur für die Funktionstüchtigkeit des Immunsystems ist Zink von Bedeutung. Als Bestandteil vieler Enzyme erfüllt es im Körper eine Reihe verschiedener Funktionen. Multitalent Zink An der Bildung von über 200 Enzymen ist Zink beteiligt. Enzyme sind chemische Katalysatoren, die Stoffwechselprozesse beschleunigen oder überhaupt erst ermöglichen. So spielt Zink eine zentrale Rolle bei der Zellteilung und ist beteiligt am Aufbau der Erbsubstanz. Auch für den Zucker-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel ist es unverzichtbar. Als Bestandteil des Enzyms Carboanhydrase ist es notwendig zur Regulierung des Säure-Basen-Haushalts. Und nicht zuletzt das Hormonsystem profitiert von Zink, da es an der Bildung der Geschlechtshormone, der Schilddrüsenhormone, des Wachstumshormons, des Insulins und der Prostaglandine mitwirkt. Letztere gehören zur Gruppe der Gewebshormone und beeinflussen unter anderem Entzündungsprozesse. Da Zink bei so vielen unterschiedlichen Prozessen eine zentrale Rolle spielt, hat ein Zinkmangel entsprechend verschiedenartige Auswirkungen, die zunächst gar keinen Zusammenhang erkennen lassen. Treten Störungen bei der Wundheilung auf, z. B. bei Kratzern und leichten Verletzungen, könnte ein Zinkmangel dafür verantwortlich sein, denn das Spurenelement unterstützt die Neubildung von Eiweißen, die das zerstörte Gewebe ersetzen und damit die Wunde schließen. Doch ebenso können Haarausfall oder ein trockenes, rissiges Hautbild auf eine mangelhafte Zinkversorgung hindeuten, da die Bildung der Aufbaustoffe Keratin und Kollagen nicht ohne Zink vonstattengeht. Zu wenig Zink steht auch in Zusammenhang mit Entzündungen, z.B. der Haut oder Magen-Darm-Schleimhaut, mit häufigen Infekten, Appetitlosigkeit oder Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Vor allem Diabetiker müssen auf eine ausreichende Zinkversorgung achten, da sie über den Urin viel Zink verlieren.
Gesundheit und Wohlbefinden
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Kummer mit dem Schlummer?
Millionen von Menschen wälzen sich jede Nacht von einer Seite auf die andere und finden dabei keine Ruhe. Manche plagen sogar schon vor dem Schlafengehen massive Ängste. Schlafstörungen können zahlreiche Gründe haben. Mediziner unterscheiden äußere, organische und psychologische Ursachen. Äußere Ursachen sind zum Beispiel Wetterfühligkeit, Lärm (Partner schnarcht), Schichtarbeit, Zeitverschiebung (Jetlag), körperliche Überanstrengung, schlechte Schlafbedingungen. Zu den organischen Ursachen gehören allgemeine Erkrankungen, Schmerzen aller Art, Infektionen, nächtliche Atemstillstände (Schlafapnoe). Die dritte Gruppe, und somit rund 90 Prozent der Fälle, sind psychologisch bedingte Ursachen wie Stress, Aufregung, Sorgen, Suchterkrankungen. Stress ist demnach der Schlafkiller Nummer 1. Unaufgelöste Ängste sowie Belastungen in Beruf und Familie bescheren fast jedem schlaflose Nächte. Anspannungen dieser Art sorgen nicht nur für einen erhöhten Blutdruck, sondern lassen die nagenden Gedanken auch noch nächtelang wie wild im Kopf herumspuken. Schlafstörungen können ernsthafte Folgen haben Treten Schlafstörungen häufiger auf, so müssen diese in jedem Fall behandelt werden. Denn dauerhafter Schlafentzug kann ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt oder Immunschwäche bedeuten. Wobei die Therapien so vielfältig wie die Ursachen sein können. Daher ist es bei schwerwiegenden Schlafstörungen wichtig, zum Arzt zu gehen. Erst wenn die Ursache bekannt ist, kann die Schlafstörung gezielt und effektiv behandelt werden. Bei leichteren Einschlafproblemen helfen Entspannungstechniken. Diese bieten eine gute Basis, einfach mal abzuschalten, den Kopf frei zu bekommen und die Ruhe für den Schlaf zu finden. Ob nun Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung – einen Kerngedanken haben sie alle gemeinsam: Durch diese Techniken erlernt der Mensch wieder, sich auf seinen Geist, seinen Körper, seine Haltung und seine Atmung, abseits von den belastenden Gedanken, zu konzentrieren. Tipp: Vorbereitungen für die Nacht • Der Körper kann sich auf einen Schlaf-Wach-Rhythmus einstellen, wenn immer die gleichen Bettgeh- und Aufstehzeiten eingehalten werden – auch am Wochenende. • Einen Gute-Nacht-Spaziergang unternehmen. Viele Menschen schlafen besser, nachdem sie sich noch ein wenig die Beine vertreten haben. • Bett und Schlafzimmer werden für den Körper zu einem Ort der Ruhe und des Wohlbefindens, wenn sie nicht zweckentfremdet werden. • Nie mit vollem Magen ins Bett gehen! • Erst schlafen gehen, wenn die Müdigkeit kommt. • Für ausreichend Luftfeuchtigkeit und eine Zimmertemperatur zwischen 19 bis 20 Grad sorgen. • Einen frischen Apfel neben das Bett legen. Der Duft fördert die Entspannung.
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Neues Computerspiel für die Thrombose-Vorsorge
Wenn ein Gerinnsel dazu führt, dass Blutgefäße, etwa in den Beinen, verstopfen, sprechen Mediziner von einer Thrombose. Es gibt viele Maßnahmen, dieser Erkrankung vorzubeugen: etwa durch gezielte Übungen für Beine und Füße. Forscher an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) haben ein Computerspiel für Tablet und Smartphone entwickelt, das über Bewegungen der Füße gesteuert wird. Der Spaßfaktor fördert die Motivation der Übenden. Die Thrombose ist nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste Herz-Kreislauf-Erkrankung. Zur Risiko-Gruppe zählen vor allem ältere Menschen, aber auch Patienten, die aufgrund einer Krankheit lange im Bett liegen müssen oder sich einer größeren Operation unterziehen mussten. Spielen statt sich langweilen Neben Medikamenten und anderen Präventionsmaßnahmen, wie etwa Kompressionsstrümpfen, helfen auch gezielte Bewegungsübungen, das Thrombose-Risiko zu senken. „Bekannt ist dabei vor allem die Fußwippe oder so genannte Muskel-Venen-Pumpe, kurz MVP“, sagt Daniel Steffen, Wissenschaftler in der Nachwuchsgruppe wearHEALTH an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK). Dabei wird die Fußspitze zunächst weit nach vorne gestreckt und anschließend soweit wie möglich an den Körper herangezogen. Diese Bewegung soll mit beiden Füßen möglichst oft und regelmäßig wiederholt werden. „Allerdings ist die Übung sehr monoton und ermüdend. Die Patienten haben hierbei oft keine hohe Motivation und Ausdauer. Aus Studien wissen wir, dass rund 65 Prozent der Patienten solche Übungen nicht oder nur teilweise durchführen“, erläutert Steffen. Abhilfe soll hierbei die App „jump-BALL“ schaffen, die der Informatiker entwickelt hat. Es handelt sich dabei um ein Computerspiel, bei dem ein Wasserball über Baumstämme springt, auf denen sich verschiedene Gegenstände wie Diamanten, Münzen, Sterne oder Monster befinden. Springt der Ball darauf, erhält der Spieler Bonuspunkte. Landet der Ball auf einem Monster, werden ihm Punkte abgezogen. „Das Besondere ist, dass die Spieler es mit den Füßen steuern müssen und so gleichzeitig die MVP-Übung durchführen“, so Steffen weiter. Unterstützt wurde er bei der Entwicklung von den Medizinern Dr. Markus Muhm und Dr. Tim Danko vom Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern.
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Mehr Energie in stressigen Zeiten
Hektik, Stress und viele Termine – das Gefühl, alles nicht mehr richtig zu schaffen, ist ein ernstzunehmendesWarnzeichen. Doch keiner ist dem fordernden Alltag hilflos ausgeliefert: Mit verschiedenen Methoden lässt sich einer schleichenden Erschöpfung vorbeugen. Eine Stress-Studie der Techniker Krankenkasse (TK) ergab Alarmierendes: Stress ist in der Bevölkerung nicht nur weit verbreitet, fast jeder vierte Erwachsene bezeichnet sich sogar als „häufig gestresst“. Besonders stark betroffen sind Berufstätige – und das bleibt nicht ohne Folgen: 43 Prozent davon fühlen sich abgearbeitet und verbraucht; die Zahl stressbedingter Krankschreibungen steigt laut TK von Jahr zu Jahr. In hektischen Zeiten kommen Bedürfnisse des Körpers zu kurz. Die Betroffenen ernähren sich unausgewogen, sind selbst beim Essen gehetzt, schlafen zu wenig und kommen kaum zur Ruhe. Die Folgen bleiben nicht aus. Bei Stress bildet der Körper vermehrt Säure. Kommt noch eine einseitige Ernährung mit viel Fleisch, Milchprodukten und Süßigkeiten hinzu, steigt die Übersäuerung noch weiter an. Stress macht den Körper sauer Eine gewisse Zeit kann der Körper das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen noch selbst regulieren. Hält die Belastung länger an und wird nicht bewusst für einen Säure-Basen-Ausgleich gesorgt, brauchen sich Mineralreserven zur Neutralisation irgendwann auf. Der Körper beginnt die überschüssige Säure in den Fasern des Bindegewebes einzulagern. Die natürlichen Verhältnisse im Energiestoffwechsel werden gestört. Prozesse geraten ins Stocken, die Versorgung der Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff wird beeinträchtigt. Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Infektanfälligkeit können Anzeichen einer Übersäuerung sein, aber auch Gelenkschmerzen und Probleme mit der Haut treten häufiger auf. Hilfreich wäre es, sich in einer angespannten Lebenssituation überwiegend von basischen Lebensmitteln wie z. B. Gemüse, Obst, Salaten, Saft und Kräutern zu ernähren. Sie sollten 80 Prozent einer Mahlzeit ausmachen. In der Apotheke sind außerdem Basenpräparate erhältlich, die gezielt auf die Bedürfnisse des Körpers abgestimmt sind. Werden Basenpräparate, vor allem mit gut verwertbaren Citratverbindungen, über einen begrenzten Zeitraum von zwei bis drei Monaten regelmäßig eingenommen, können sie die optimalen Bedingungen für die Stoffwechselfunktionen im Körper wieder herstellen. Sie führen dem Organismus reichlich basische Mineralstoffe und Spurenelemente zu, die für ein ausgewogenes Säure- Basen-Gleichgewicht sorgen und den Energiestoffwechsel unterstützen. Beides sind wichtige Voraussetzungen für Vitalität und Leistungsfähigkeit.
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Die Entdeckung der Stille
Heutzutage gleicht die Welt einem Megaphon. Bunte Bilder und grelle Klänge schreien uns an. Hektisch und laut wird von uns ständig etwas gefordert. Da wächst das Bedürfnis, sich einmal auszuklinken und den Sinnen Ruhe zu gönnen. Jetzt im Herbst ist die beste Zeit für eine geistige „Fastenkur“. Wir hatten auf schönes Herbstwetter gehofft, aber es kam anders. Die Wanderung auf den Schauinsland, Freiburgs Hausberg, begann in feinem Nieselregen. Je höher wir stiegen, desto mehr wurde der leise Regen durch dichter werdenden Nebel abgelöst. Glitzernde Wassertröpfchen hingen in Haaren und Augenbrauen. Bald sah man die Schwarzwaldtannen nur noch als schemenhafte Schatten. Hatte das garstige Wetter anfangs noch die Laune getrübt, änderte sich das aber durch eine merkwürdige Entdeckung. Der Nebel verschluckte jeden Laut, der Wald wurde still. Wir hörten nur noch den Tritt unserer Wanderstiefel auf dem nassen Laub, hin und wieder einmal ein Knacken von Holz. Selbst das leise Fallen der Wassertropfen von den Zweigen wurde mit einem Mal hörbar. Unsere Gespräche waren bald verstummt, machten Platz einem stillen Lauschen und einem meditativen Gang nach innen. Als sich nach drei Stunden unser Ziel, ein Berggasthof, aus dem Nebel herausschälte, war es fast eine Enttäuschung, wieder in die altgewohnte Welt zurückzukehren. Die Erfahrung der Stille hatte diesen Tag im Nebelwald zu etwas Außergewöhnlichem gemacht. So wie der Philosoph Friedrich Nietzsche in seinem „Zarathustra“ schrieb: „Die größten Ereignisse – das sind nicht unsere lautesten, sondern unsre stillsten Stunden.“
Achtsamkeit und Psyche
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Kloster auf Zeit
Das eigene Ich wird dann wieder erfahrbar, wenn das ständige Hintergrundrauschen erlischt und Stille einkehrt. Dazu mag es nötig sein, sich einmal vom Alltag zu verabschieden und an einem ruhigen Ort den Rückzug zu suchen. Eine Möglichkeit wäre, einige Tage oder Wochen in einem Kloster zu verbringen – 268 katholische Klöster in Deutschland bieten ein Klosterleben auf Zeit an. Das christliche Bekenntnis ist keineswegs eine notwendige Voraussetzung, um innerhalb der Klostermauern innere Einkehr zu finden. Wie eine Umfrage der Deutschen Ordensobernkonferenz ergab, ist es über einem Drittel der Gäste vielmehr am wichtigsten, in der besonderen Atmosphäre des Klosters Ruhe und Erholung zu genießen. Dies kann auf ganz verschiedene Weisen geschehen. Größere Ordenshäuser wie das Kloster Arenberg bei Koblenz oder das Kloster Hegne bei Allensbach am Bodensee haben eigene Gästehäuser, wobei die Gäste ganz unverbindlich eingeladen werden, am Gebet, an Gesprächskreisen oder an Schweige-Exerzitien teilzunehmen. Das Kloster Arenberg verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Neben meditativen „Tagen der Stille“ bietet es auch Aquafitness, Aromaöl-Massagen oder Shiatsu-Behandlungen. „Ich glaube, viele Menschen kommen sich heute vor wie ein Hamster im Rad“, sagt Schwester Ursula Hertewich über die Motivation derjenigen, die eine Auszeit im Kloster Arenberg suchen. „Dieses ständig laufen müssen und keine Räume zu haben, wo sie einmal nichts zu tun brauchen. Ruhe finden müssen viele erst wieder lernen.“ Während aber im Kloster Arenberg ein Mitleben im Ordenskonvent nur für Klosteranwärterinnen möglich ist, ist man etwa im kleinen Kapuziner- Kloster Stühlingen an der Schweizer Grenze viel näher dran am Alltagsleben der vier Brüder und drei Schwestern. Im Angedenken an das Testament Franz von Assisis, der auch geistiger Ahnherr des Kapuzinerordens war, sollen alle Brüder und Schwestern eine ehrbare Handarbeit verrichten. „Auch für uns besteht die Notwendigkeit, den Lebensunterhalt zu erwirtschaften und die Dinge des alltäglichen Lebens zu besorgen. Daher versuchen wir, alle anfallenden Arbeiten in Haus und Garten gemeinsam mit unseren Gästen selbst zu leisten“, heißt es im Kloster Stühlingen. Die Gäste sind, so lange sie dort wohnen, nicht bloß Zuschauer, sondern sie nehmen teil an Gebet, Arbeit und den Mahlzeiten. Stühlingen versteht sich weder als „Ferienkloster“ noch als Therapiestätte, stattdessen hat man die seltene Gelegenheit, authentisches Klosterleben kennenzulernen, sowohl beim Jäten im Klostergarten als auch beim Laudes-Gebet am frühen Morgen.
Wohlfühlen
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Geistiges Fasten
Christlichen Exerzitien gar nicht so unähnlich sind Retreats (engl. Rückzug) als spirituelle Praxis asiatischer Glaubensrichtungen oder im Yoga. In selbstgewählter Abgeschiedenheit, weit weg von der gewohnten Umgebung, fällt es erfahrungsgemäß leichter, den Stress abzuwerfen und den inneren Kompass wieder neu zu justieren. Yoga ist eine zuverlässige Methode, über die körperliche Disziplinierung die eigene Mitte wieder zu finden. Denn die Asanas, wie die Dehn-, Beuge- und Streckübungen genannt werden, machen nicht nur Muskeln, Sehnen und Gelenke geschmeidig, sie sind auch ein Weg zur Entspannung und Selbstfindung. Viele Yoga-Häuser, -Schulen und Yoga-Reiseveranstalter bieten Retreats, also „Tage des Rückzugs“, an. „Bei uns ist der Herbst eine beliebte Jahreszeit“, heißt es im Yoga-Haus Samvit, das in herrlichster Lage am Schliersee am Fuße der Alpen liegt. „Zu uns kommen die Menschen, wenn sie von der Hektik und den Anforderungen des Berufs aufgefressen werden.“ Das Haus sieht sich als Ort der Begegnung, aber auch der Stille und Einkehr, ähnlich einem indischen Ashram. Bei Meditation und Yoga kommen die Gedanken zur Ruhe, durch das Innehalten kommt die Kraft zurück. Doch man muss gar nicht unbedingt in die Ferne ziehen. Jetzt im Herbst, wenn die Blätter fallen und die Natur in den Winterschlaf versinkt, kann man das melancholische Lebensgefühl nutzen, um auch zu Hause eine geistige „Fastenzeit“ einzuhalten. Das Rezept ist gar nicht so schwer. Gehen Sie allen Ablenkungen für eine gewisse Dauer aus dem Weg. Lassen Sie Fernseher, Radio und Computer ausgeschaltet, beschäftigen Sie sich für eine Weile einmal nicht mit der Nachrichtenlage und mit Weltproblemen, die den Geist ständig alarmieren, aber mit der eigenen Lebenslage wenig zu tun haben. Gehen Sie stattdessen hinaus in die Natur, erleben Sie den Wandel der Jahreszeit, den Herbstwind, den Nebel, den Regen. Meditieren Sie. Schreiben Sie Ihre Gedanken auf, auch ihre traurigen. Sie dürfen im Herbst ruhig sein. Denn nur indem man sich den Bedürfnissen der Seele stellt und auf innere Fragen eine Antwort sucht, findet man im Wirrwarr der lärmigen Welt zu sich selbst zurück.
Achtsamkeit und Psyche
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Wechseljahre ohne Beschwerden
Die Wechseljahre, die jede Frau zwischen 40 und 55 treffen, sind keine Krankheit, auch wenn es sich für manche Frauen so anfühlen mag. Sie sind ein natürlicher hormoneller Umstellungsprozess. Doch wie bei allen gravierenden Änderungen des Hormonsystems können Beschwerden auftreten. Etwa ein Drittel aller Frauen, so schätzt man, hat keine oder kaum Probleme, ein weiteres Drittel zeigt leichte Symptome und ein Drittel leidet unter starken Beschwerden. Twist der Hormone Die Jahrzehnte der Fruchtbarkeit sind durch ein Ineinandergreifen der weiblichen Geschlechtshormone – Östrogen, Progesteron, FSH und LH – geprägt, die die Reifung der Eizellen und den Monatszyklus steuern. Mit dem Beginn der Wechseljahre reifen in den Eierstöcken allerdings immer weniger Eibläschen. Wenn die Eisprünge ausbleiben, reduziert sich erst der Spiegel des Gelbkörperhormons (Progesteron), später auch die Produktion des Hormons Östrogen. Durch das hormonelle Ungleichgewicht kommt es zu Schwankungen im Menstruationszyklus. Die Blutungen werden stärker oder schwächer, die Abstände dazwischen unregelmäßig, bis die Blutung zwischen dem 50. und dem 55. Lebensjahr irgendwann aufhört und die Fruchtbarkeit endet (Menopause). Allerdings verläuft die hormonelle Umstellung nicht gleichmäßig. Vielmehr versucht der Körper, durch eine vermehrte Ausschüttung des follikelstimulierenden Hormons (FSH) sowie das Eisprung fördernden Hormons LH (luteinisierendes Hormon) die Eierstöcke weiterhin anzuregen. So wird vorübergehend auch mehr Östrogen produziert. Dieses Auf und Ab der Hormone spüren manche Frauen durch stärkere Monatsblutungen, im weiteren Verlauf durch typische Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Reizbarkeit, Erschöpfungszustände oder Gelenkschmerzen. Auch eine rasche Gewichtszunahme, Spannungsgefühle in der Brust, Herzjagen, Scheidentrockenheit und wiederkehrende Blasenentzündungen können die Wechseljahre begleiten. Insbesondere der Östrogenmangel macht sich bemerkbar, denn das Hormon hat vielfältige Aufgaben im Körper und beeinflusst unter anderem den Stoffwechsel, das Bindegewebe, Knochen und Muskeln, das Nervensystem, das Herz und die Blutgefäße.
Gesundheit und Wohlbefinden
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