Immunsystem – Das Abwehrzentrum des Körpers

Das Immunsystem ist ein Zusammenspiel von komplexen Vorgängen im Organismus zur Abwehr gegen fremde oder giftige (toxische) Substanzen, Krankheitserreger und fehlerhafte körpereigene Zellen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem angeborenen (unspezifischen) und dem erworbenen (spezifischen) Immunsystem.

Das angeborene und das erworbene Immunsystem

  • Zum angeborenen Immunsystem gehören zum Beispiel Barrieren wie die Haut oder die Schleimhäute, Entzündungsreaktionen bei Fremdkörpern oder Infektionen sowie Blutbestandteile, die kranke Zellen zerstören können. Ein wichtiger Unterschied des angeborenen Immunsystems zum erworbenen ist die Tatsache, dass bereits beim ersten Kontakt mit einer Bedrohung eine effektive Abwehr stattfinden kann.
  • Beim erworbenen, spezifischen Immunsystem hingegen braucht es einen Erstkontakt – zum Beispiel mit einem Virus oder einer körperfremden Substanz. Daraufhin werden gegen diese Fremdstoffe – medizinisch „Antigene“ – ganz gezielt Zellen gebildet, die Abwehrstoffe (Antikörper) bereitstellen oder die fremden Zellen direkt zerstören können. Der große Vorteil des erworbenen Immunsystems besteht in seinem Gedächtnis. Dank der Gedächtniszellen kann der Körper auch nach Jahren noch schnell und effizient gegen das Antigen reagieren.

Den ersten immunologischen Schutz bekommt ein Kind von seiner Mutter durch verschiedene Immunglobuline. Sie werden einerseits über die Plazenta und andererseits durch die Muttermilch nach der Geburt übertragen. Ab der Pubertät ist das erworbene Immunsystem voll ausgebildet und leistungsfähig.

Aufgaben des Immunsystems

  • Abwehr von Krankheitserregern
  • Beseitigung von Fremdsubstanzen (z. B. Toxine)
  • Beseitigung abgestorbener oder veränderter Zellen (z. B. virusinfizierte Zellen, Krebszellen)
  • Toleranz gegenüber körpereigenen Strukturen

Verdauungstrakt ist wichtig für das Immunsystem

Dass beim Aufbau eines intakten Immunsystems der Darm und seine bakterielle Flora eine große Rolle spielen und sich über 70 Prozent aller Immunzellen im Darm befinden, ist vielen nicht bekannt. Das Immunsystem wird stark beeinflusst von einer gesunden Darmflora, die zu den wichtigsten unspezifischen Abwehrmechanismen gehört. Nur mit einer intakten Darmflora funktioniert die Verarbeitung der Nahrung rasch und effizient, nur dann werden Vitalstoffe gut aufgenommen und nur dann funktionieren alle Stoffwechselvorgänge reibungslos. Die Darmflora und die Ernährung beeinflussen sich somit wechselseitig, denn die Versorgung des Körpers mit Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Vitalstoffen hat einen wesentlichen Einfluss auf die Abwehrkräfte – und damit auf die Abwehr von Krankheiten.

Einfluss von Alter und Lebensstil

Im höheren Alter steigt die Infektanfälligkeit an; gleichzeitig sind Veränderungen hinsichtlich der Zusammensetzung und Funktion einzelner Teile des Immunsystems zu beobachten. Außer dem Lebensalter hat auch der Lebensstil einen Einfluss auf das Immunsystem und die Infektanfälligkeit. Folgende Faktoren können negative Auswirkungen auf die Resistenzlage haben:

  • Alkohol, Nikotin
  • Zigarettenkonsum
  • Stress
  • chronische Erkrankungen
  • bestimmte Medikamente wie Kortison, Antibiotika
  • Körperlicher und psychischer Stress, Schlafmangel
  • unausgewogene Ernährung, Vitalstoffmangel
  • Bewegungsmangel

Symptome für ein schwaches Immunsystem

Ist das Abwehrsystem geschwächt, können krankmachende Einflüsse den Organismus schädigen. Erste Signale sind:

  • Infektanfälligkeit (Erkältung, grippale Infekte, Magen-Darm-Erkrankungen und Blasenentzündungen)
  • Komplizierte, lang andauernde Infekte
  • häufig auftretende bakterielle Entzündungen
  • ständig wiederkehrende Pilzerkrankungen

Immunsystem stärken – fit durch Vitamine

Neben frischer Luft und Bewegung spielt insbesondere die Ernährung eine tragende Rolle bei der Stärkung des Immunsystems. Vor allem Vitamin A, C und E sowie die B-Vitamine und Mineralstoffe Selen, Eisen und Zink sind wichtige Bestandteile des komplexen Abwehrsystems des Körpers.

Mittel zur Nahrungsergänzung stellen demnach eine gute Methode zum Vorbeugen einer Mangelerscheinung dar, damit der Körper alle Nährstoffe erhält, die er benötigt, um das Immunsystem zu unterstützen und zu stärken. Dabei sollte darauf geachtet werden, keine synthetischen Monopräparate zu verwenden, die nur einzelne Inhaltsstoffe in konzentrierter Form enthalten. Zugeführte Vitalstoffe entfalten ihre immunstärkende Wirkung nämlich nur dann richtig, wenn sie in einer naturbelassenen Form, biologisch gebunden und mit Enzymen kombiniert verzehrt werden. Denn erst dann werden sie vom Körper gut aufgenommen und verwertet.

Tipps aus der Apotheke

Apotheker bieten aktive Beratung an sowie geeignete Produkte, die sich zur Stärkung des Immunsystems eignen.

  • Verzicht auf Zigaretten  und Alkohol
  • Schlaf: Im Schlaf werden Immunbotenstoffe gebildet, die das Immunsystem stärken
  • frische Luft – jeden Tag mindestens eine halbe Stunde an die frische Luft gehen, auch bei kaltem Wetter
  • Bewegung ohne Überanstrengung – am besten sind leichter Ausdauersport, schwimmen oder joggen
  • Probiotika zur Unterstützung der Darmflora
  • positive Lebenseinstellung – ein stark unterschätzter Immunverstärker. Lang anhaltender Stress und Probleme hingegen schwächen das Immunsystem. Dagegen helfen Entspannungsübungen wie Meditation oder Yoga. Eine gute „Work-Life-Balance“ ist gesund und beugt Stress vor.