Beschwerden vor und während der Menstruation

Der Begriff Menstruationsbeschwerden umfasst Symptome, die überwiegend oder ausschließlich während der Regelblutung auftreten. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen werden hauptsächlich durch das Ablösen und Ausstoßen der Gebärmutterschleimhaut hervorgerufen.

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) beginnt demgegenüber bereits einige Tage nach dem Eisprung und verschwindet mit Einsetzen der Regelblutung oder einige Stunden danach. Menstruationsbeschwerden und prämenstruelles Syndrom lassen sich jedoch oft nicht scharf voneinander abgrenzen.

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Geeignete Schmerzmittel und pflanzliche Produkte aus der Apotheke können wesentlich dazu beitragen, die Symptomatik zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

  1. Menstruationsbeschwerden

Die Ursachen sind vielfältig:

  • Schwankungen im Hormonhaushalt
  • Psychischer Stress, Belastungen im Alltag
  • Medikamente wie die Pille oder Blutverdünner

Symptome

Leitsymptom sind Schmerzen (Dysmenorrhoe) oder Krämpfe im Unterbauch: Auslöser dafür sind körpereigene Schmerzbotenstoffe (Prostaglandine), die ein Zusammenziehen der Gebärmutter-Muskulatur beim Abstoßen der Gebärmutterschleimhaut hervorrufen. Gelegentlich strahlen die Schmerzen in den Rücken aus. Des Weiteren können andere Symptome wie Schwindel und Übelkeit auftreten. Bisweilen sind organische Ursachen mit beteiligt, wie gutartige Gebärmutterveränderungen (Myome) und Polypen (gutartige Geschwulste der Schleimhaut). Begleitend können Kopfschmerzen, migräneartige Beschwerden, Übelkeit, Brechreiz, Durchfall, Spannungsgefühl in den Brüsten und Schwindelgefühle auftreten. Oft kommen psychische Faktoren wie Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit und depressive Verstimmungen hinzu.
Mögliche Komplikationen: Die Beschwerden können so stark sein, dass sie teilweise zur Arbeitsunfähigkeit führen.

Therapie: Menstruationsbeschwerden lindern

  • Spaziergänge, Balance-Sport oder Meditation lockern die Muskeln und beugen Verkrampfungen vor
  • kalte oder warme Wickel
  • eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel Eisen und Magnesium, wie Fleisch, Vollkornbrot und Nüsse
  • pflanzliche Präparate wie Kamillenblüten, Frauenmantel, Melisse, Mönchspfeffer oder Johanniskraut können die Beschwerden ebenfalls lindern
  1. PMS – Beschwerden vor der Periode

Bis zu zwei Drittel der Frauen klagen über seelische und/oder körperliche Störungen, die mehr oder weniger regelmäßig vor der Periode einsetzen und mit dem Eintreten der Blutung wieder abklingen. Das PMS tritt vorzugsweis bei Frauen über 30 Jahren auf.

Symptome

Das häufigste Zeichen ist eine Neigung zur Wassereinlagerung im Gewebe, vor allem im Bereich des Gesichts und der Augenlider. Die Brüste sind gespannt und schmerzhaft. Manche Frauen haben Heißhunger auf Süßigkeiten. Betroffene Frauen schlafen schlecht, leiden unter Konzentrationsstörungen, fühlen sich energielos, und die Müdigkeit lähmt Alltagsaktivitäten.

Diagnose

Eine Diagnose ergibt sich aus der Schilderung der Beschwerden und durch den Ausschluss anderer Erkrankungen. Typisch für PMS ist das Auftreten der Symptome in zeitlicher Abhängigkeit zum Menstruationszyklus. Diese setzen ungefähr sieben bis zehn Tage vor der Regel ein und verschwinden wieder, sobald die Monatsblutung einsetzt oder spätestens innerhalb der ersten drei Tage der Periode.

Therapie

Die Behandlung des PMS richtet sich nach den vorhandenen Symptomen. Bereits Änderungen des Lebensstils können helfen, die Symptome abzuschwächen. Einige Tage, bevor die Periode einsetzt, sollten salzreiche Speisen, Kaffee, Schokolade und Alkohol gemieden werden. Die Reduktion von Salz wirkt Schwellungen entgegen, der Verzicht auf Koffein hilft gegen Nervosität und Schlafstörungen. Empfehlenswert sind zudem Sport, Entspannungsübungen und Techniken zur Bewältigung von Stress.

Gute Erfolge können auch mit alternativen Behandlungen wie Homöopathie oder Traditioneller Chinesischer Medizin erreicht werden. Manche Frauen schwören auf Kräutertees, andere lassen ätherische Öle in Duftlampen verdampfen, die einen wollen Ruhe und Rückzug, die anderen Bewegung. Was einer Frau am besten hilft, muss jede selbst ausprobieren. Wichtig ist es, sich Zeit zu nehmen, um die eigenen Bedürfnisse herauszufinden.

Tipps aus der Apotheke

Vitamine- und Mineralstoffpräparate erweisen sich bei PMS als wirksam. Positiv auf die psychische Stabilität wirken dabei vor allem Folsäure, Vitamin B6 sowie Vitamin D. Letztes wird im Körper vor allem durch die Einwirkung von Sonnenlicht verstoffwechselt. Daher wird nicht nur bei PMS, sondern generell bei trüber Stimmung geraten, sich so oft es geht im Freien zu bewegen. Überdies gelten Magnesium, Calcium, Omega 3-Fettsäuren und vor allem Mönchpfefferextrakt als milde Stimmungsaufheller und werden deshalb erfolgreich gegen PMS eingesetzt. Eine weitere Heilpflanze gegen PMS-Beschwerden ist die Traubensilberkerze. Grundsätzlich dauert es etwa vier Wochen, bis die Wirkung eintritt.

Wichtig: Wenn es trotz dieser Maßnahmen zu keiner Besserung der Beschwerden kommt, sollten die Symptome stets gynäkologisch abgeklärt werden.

Was tun bei starker Monatsblutung?

Eine starke Blutung während der Periode und den damit verbundenen Schmerzen kann den Alltag belasten.

Nicht hormonelle Medikamente: Diese schwächen die Blutung ab und lindern die Schmerzen. Bei einer starken Blutung kann es zudem zu einem Eisenmangel kommen. Eisenpräparate können diesen Mangel beheben.

Hormonpräparate: Die kombinierte Pille kann mit den Hormonen Östrogen und Gestagen den Eisprung und das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut verhindern. Dadurch verringert sich die Blutung. Auch Hormonpflaster, Dreimonatsspritzen, Hormonstäbchen, Cremes, Zäpfchen, Diaphragmen oder Vaginalringe werden verwendet, um die Blutung zu reduzieren.