Mieming – Gesundheitsurlaub in Tirol

Urlaub ist die beste Zeit, um auch etwas für seine Gesundheit und das Wohlbefinden zu tun. Einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen die ME-Programme im Alpenresort Schwarz in Mieming. Sie setzen sich aus verschiedenen Gesundheitsbausteinen zusammen und sollen den Impuls für ein besseres Bewusstsein für die eigene Gesundheit vermitteln.

Foto: Alpenresort Schwarz

ME steht für „Mehr Energie“. Von den drei verschiedenen ME-Programmen suchte ich mir für meinen Kurz-Aufenthalt das Body & Mind-Programm aus. Allzu gerne hätte ich natürlich auch meine Energie gefördert (ME Energie) oder an meiner wahrnehmbaren Schönheit (ME Ästhetik) gearbeitet. Letztendlich war es die Beschreibung in der Broschüre, die mich neugierig gemacht hat: „Ziel des Body & Mind-Programmes ist es, die Verbindung zwischen Körper und Bewusstsein zu stärken und in Harmonie zu bringen.“

Foto: Alpenresort Schwarz

Bevor ich mich auf den Weg zum Mieminger Sonnenplateau in Österreich machte, erhielt ich einen umfassenden Fragebogen. Man wollte so allerlei von mir wissen, nicht nur über meinen gesundheitlichen Zustand und meine Lebensgewohnheiten, auch meine Wünsche und Ziele waren von Interesse. Dass es bei den Gesundheitsprogrammen nicht um ein paar Wellness-Anwendungen geht, zeigen nicht nur die Fragen, sondern auch das zugrundeliegende Konzept. Sie finden unter medizinischer Leitung statt. Möglich ist das, weil es neben dem großzügigen Spa auf 5.000 Quadratmetern auch eine hoteleigene Privatklinik (www.medical-spa.at) im Alpenresort Schwarz gibt.

Ärztliche Betreuung ist Teil des Programms

Dr. med. Kurt Öhler leitet die Privatklinik. Der Plastische Chirurg und Notfallmediziner war maßgeblich an der Entwicklung der Gesundheitsprogramme beteiligt. Gäste, die das ME-Programm buchen, werden von ihm betreut. Er übernimmt nicht nur den medizinischen Part, sondern koordiniert auch die Zusammenarbeit mit allen anderen Bereichen im Haus, die an den Programmen beteiligt sind. Hand in Hand arbeitet er mit den Therapeuten, die für die Bewegungs- und Entspannungseinheiten zuständig sind, aber auch mit der Küche. Denn zu den Gesundheitsprogrammen gehört auch eine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete Ernährung.

Mit einem ausführlichen Gespräch und einer ärztlichen Untersuchung startete mein Body & Mind-Programm. Während Dr. Öhler zur Tat schritt, um sich ein Bild über meinen körperlichen Zustand zu verschaffen, überlegte ich, wann ich das letzte Mal so gründlich untersucht wurde. Ich kann mich nur an Teilbereiche erinnern. Mal war es das Knie oder der Rücken, aber schon sehr lange nicht mehr mein Körper als Ganzes.

Foto: Alpenresort Schwarz

Das auf sieben Tage ausgelegte ME Body & Mind-Programm enthält 15 Leistungen, die teilweise aufeinander aufbauen. Wie der Name schon beschreibt, geht es um den Körper, aber auch um die geistigen Funktionen und das Bewusstsein. Die Verbindung zwischen diesen Bereichen wird bei den unterschiedlichen Untersuchungen für die Feststellung des gesundheitlichen Zustands genutzt. Mit dem Bewegungsprogramm und den verschiedenen Entspannungstrainings soll die Einflussnahme auf die eigene Gesundheit erlernt werden.

Vom eigenen Herzen Gesundheit lernen

Das Herz spielt in dem Gesundheitsprogramm eine tragende Rolle. Denn durch die Art, wie es schlägt, lässt sich viel über die körperliche und psychische Verfassung des Menschen ablesen. In speziellen Untersuchungen kann es auch als eine Art Vermittler zwischen Körper und Bewusstsein genutzt werden.

In zwei Tests des Body & Mind-Programms geht es darum, wie gut sich das Herz an unterschiedliche Bedingungen anpassen kann. Wie reagiert es auf Anstrengung und wie auf Entspannung? Je nachdem, wie sich der Herzschlag verändert, lassen sich Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit und damit auf den allgemeinen gesundheitlichen Zustand ziehen.

Auf dem Fahrradergometer wird geschaut, was mein Herz alles leisten kann. Verkabelt und mit einem wachsamen Betreuer an meiner Seite ging es ganz locker los. Alle paar Minuten wurde der Widerstand erhöht, was für mich bedeutete, dass es immer anstrengender wurde und ich immer mehr in die Pedale treten musste. Mein Herz schlug immer schneller und hoffentlich auch gleichmäßiger. Die Anstrengung war gewollt, denn nur so lässt sich meine Leistungsfähigkeit feststellen.

Das genaue Gegenteil wurde von mir und meinem Herzen bei der Herzratenvariabilitäts-Messung verlangt. Ich sollte mich entspannen, dabei sollte mein Herz nach Möglichkeit langsam und von Schlag zu Schlag die Abstände variieren. Auch hier wurde ich wie für ein EKG verkabelt und dann hieß es für mich nur noch relaxen. Meine Aufregung, die es mir anfangs schwer machte, in den „Entspannungsmodus“ zu wechseln, war schnell verflogen. Das Loslassen fiel mir auch deswegen leichter, weil mit dem Start der Messung mein Herzschlag von der Apparatur zeitgleich in Farben und Klänge umgewandelt wurde. Ich war sofort fasziniert, lauschte meinem Herzen, beobachtete das Farbenspiel und dabei vergaß ich fast alles um mich herum.

Von meinem Herzschlag kann ich auch lernen, wie Entspannen geht. Bei einem Entspannungstraining wurde wieder mit Hilfe meines Herzens Musik gemacht. Gemeinsam mit dem Mentaltrainier und Sportwissenschaftler Klaus Unterberger „komponierte“ ich meine Herzmusik. Auf einem USB-Stick geladen, bekam ich sie für zu Hause mit.

Bei der Herz-Kohärenz-Übung stehen Herz und Atmung im Mittelpunkt. Im ersten Moment erinnerte mich die Übung an eine Meditation. Unter Anleitung atmete ich langsam und tief ein und aus. Die Atmung hilft dem Herzen, seinen Rhythmus zu verändern. Um Millisekunden beginnt es die Abstände zwischen den Schlägen zu variieren, was einen wohltuenden Effekt auf den ganzen Körper hat.

Auch die anderen Einheiten sind so ausgelegt, dass ich sie zu Hause weiter anwenden kann. Bei dem Mental-Coaching wird für die Kontaktaufnahme mit dem Körper das Bewusstsein auf das Atmen gelenkt. Denn nur mit einer bewussten Hinwendung lassen sich Anspannung und Stress im Körper auflösen. Die bildliche Vorstellung einzelner Körperregionen reicht meist schon aus, um sich leichter und freier zu fühlen.

Ein weiterer Baustein für mehr Energie ist die Bewegung. Auf der Basis meines individuellen Gesundheitszustandes bekam ich ein maßgeschneidertes tiefenmuskuläres Kraft- und Koordinationsprogramm. Gemeinsam mit dem Trainer Klaus Unterberger gingen wir die einzelnen Übungen durch. Trainiert wurde nur mit dem eigenen Körper, ohne Geräte. Manches gelang mir ganz leicht, also erhöhten wir den Schwierigkeitsgrad, und bei meinen Schwachstellen passten wir das Programm an. Gleichzeitig besprachen wir gleich die Optionen, wie ich zu Hause den Übungsplan variieren kann.

Bei dem Training geht es um den achtsamen, eher fördernden statt fordernden Umgang mit dem Körper. Auch hier geht es wieder darum, ein besseres Gefühl für den eigenen Körper zu bekommen. Das ganzheitliche Bewegungsprogramm verhilft zu mehr Vitalität. Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit werden verbessert und Schwachstellen ausgeglichen.

Meine Tage im Alpenresort Schwarz (www.schwarz.at) endeten mit einem abschließenden Gespräch bei Dr. Öhler. Mittlerweile lagen ihm auch meine Blutergebnisse vor. Zusammen mit den Untersuchungen der letzten Tage hatte er nun ein detailliertes Bild von meinem gesundheitlichen Zustand. So konnte er mir genaue Empfehlungen geben, was ich noch verbessern kann.

Gemeinsam gingen wir meine Laborwerte durch. Hätte ich gewusst, was er alles über das Blut abklärt, hätte ich vermutlich nachts nicht schlafen können. Anhand der Werte konnte der Arzt mir konkrete Ernährungsempfehlungen geben, die auch darauf abgezielt waren, eventuelle langfristige Risiken auszuschalten. Irgendwann verließen wir diese „organische“ Ebene und widmeten uns den Regulationsmöglichkeiten meines Körpers.

Die Werte der oxidativen Stress-Messung waren für Dr. Öhler ein wichtiger Anhaltspunkt, wie es um meine Belastungssituation bestellt ist. Dabei interessieren ihn weniger Stresswerte im Blutserum, sondern eher die körperlichen Möglichkeiten, darauf zu reagieren beziehungsweise sie auszugleichen.

Einblicke, wie gut mein Körper funktioniert, erhielt der Arzt durch die Herz-Messungen. Anhand der Veränderung des Herzschlages lässt sich nämlich ablesen, wie reibungslos die Abläufe im Körper funktionieren und wie gut es um die Energiereserven bestellt ist. Auch warnt der Herzschlag schon sehr früh vor dem möglichen Auftreten von Krankheiten. Zum Glück hat man meistens noch Zeit, darauf zu reagieren. Wie das geht, hatte ich in den letzten Tagen gelernt.